Das Geschäftsjahr 2020 im Überblick

Coronavirus
Wie alle Bereiche des gesellschaftlichen, privaten und wirtschaftlichen Lebens prägte das Coronavirus auch den Geschäftsalltag der Gebäudeversicherung Zug (GVZG) stark. Als kundenorientierte Dienstleisterin für die Öffentlichkeit konnten wir dennoch in all unseren Geschäftsbereichen (Brandschutz, Versicherung und Feuerwehrwesen) unsere Aufträge erfüllen. Dies dank der nötigen Flexibilität aller Beteiligten, die auch die jeweiligen Schutzkonzepte konsequent einhielten.


Digitalisierung
Die Herausforderungen der Pandemie beschleunigten die zuvor schon eingeleiteten Digitalisierungsprojekte. Das Bewusstsein, Arbeitsmethoden und -prozesse kritisch zu hinterfragen, erweiterte sich, und die Bereitschaft, Neuerungen positiv aufzunehmen, stieg.

Die Überarbeitung der Applikation für die Abteilung Versicherung («GemDat Versicherung») – das grösste Digitalisierungsprojekt in der Geschichte der GVZG – konnte auch im Jahr 2020 planmässig vorangetrieben und das Vorprojekt abgeschlossen werden. Ab 2023 sollen das Kernsystem ersetzt und die Prozesse grundlegend überarbeitet, optimiert und digitalisiert sein.

Immobilien-Projekte
Für die Liegenschaft des früheren Geschäftssitzes an der Poststrasse 10, Zug, wurde eine Zwischennutzung gefunden. Das Gebäude soll demnächst komplett saniert und mit einem Ergänzungsbau erweitert werden. Die diesbezüglichen Planungsschritte sowie die Arbeiten und Abklärungen mit dem kantonalen Amt für Denkmalpflege und Archäologie sind im Gange.

Nach wie vor blockieren mehrere Beschwerden gegen die Baubewilligungen den Start der Arbeiten an der Arealbebauung «Gartenstadt» in der Stadt Zug. Wir sind zuversichtlich, dass die Baubewilligungen bald rechtskräftig werden.

Im Berichtsjahr konnte erstmals das umfassende Reporting der mit den Vermögensanlagen betrauten Finanzinstitute umgesetzt werden. Die Immobilienanlagen werden anders dargestellt, ohne Einfluss auf das Jahresergebnis. Die Wertberichtigungen (3.381 Mio. Franken) werden neu nicht mehr von den Aktiven abgezogen, sondern unter den Passiven als Rückstellungen ausgewiesen. Die jährliche Anpassung der Immobilienwerte «Gartenstadt» blieb unverändert, die entsprechenden Rückstellungen wurden wiederum mit 3.381 Mio. Franken geäufnet.

 

Geschäftsbericht
2020

Das Geschäftsjahr 2020 im Überblick

Gutes Börsenjahr und belastende Negativzinsen
Das Anlagejahr 2020 war stark geprägt durch die COVID-19 Pandemie und durch das anhaltende Negativzins-Umfeld. Die Erträge aus den direkt gehaltenen Immobilien stellten sich einmal mehr als «Fels in der Brandung» heraus. Die Erträge aus Finanzanlagen konnten das sehr hohe Vorjahres-Niveau nicht mehr erreichen. Die Negativzins-Situation war bereits im Vorjahr schwierig und verbesserte sich nicht. Dank einer konsequenten Anlagestrategie konnte die Zinsbelastung zwar nicht eliminiert, aber deutlich reduziert werden. Die Situation wird weiterhin laufend beobachtet und Optimierungsmassnahmen werden zeitnah umgesetzt.

Im Ergebnis reduzierten sich die Kapitalanlagenwerte (vor Rückstellungen) gegenüber dem Vorjahr leicht und ermöglichten einen diesbezüglichen Gewinn von 5.968 Mio. Franken (Vorjahr: Gewinn von 6.355 Mio.). Für die Kapitalanlagen wurden neue Rückstellungen von rund 7.205 Mio. Franken (Vorjahr: 9.637 Mio.) gebildet, im Total 46.162 Mio. Franken (Vorjahr: 35.576 Mio.). In diesem Betrag sind 6.762 Mio. Franken als Neubewertung für das Immobilienprojekt «Gartenstadt» enthalten.

Bildung von Sicherheitsrückstellungen
Die im Jahr 2019 neu definierten Regeln zur Bildung und allfälligen Auflösung der versicherungstechnischen Sicherheits- und Schwankungsrückstellungen galten auch 2020. Dadurch erhöhten sich die Rückstellungen um 5.539 Mio. Franken (Vorjahr: 5.807 Mio.), welche zu einem Drittel dem Feuerschaden und zu zwei Dritteln dem Elementarschaden-Risiko zugewiesen wurden.

Weniger Brände – mehr Elementarschäden
Das Jahr 2020 war für die Gebäudeversicherung Zug erneut ein unterdurchschnittliches Schadenjahr. Insgesamt entstanden bei 90 (Vorjahr: 119) Brandfällen Schäden von 3.87 Mio. Franken (Vorjahr: 4.28 Mio.). Die grössten Brandschäden ereigneten sich in den Gemeinden Cham, Baar und Risch. In Cham zerstörte ein Brand die Fassade und Teile des Daches eines Mehrfamilienhauses. Einige Wohnungen waren infolge des Rauch- und Wasserschadens nicht mehr bewohnbar. In Baar führte der Brand eines Wohnmobils zu einem grösseren Sachschaden an einem Gewerbegebäude. In der Gemeinde Risch wurde eine alte Scheune Raub der Flammen. Einige Brand- und Rauchschäden ereigneten sich wiederum durch vergessenes Kochgut.

Im mehrjährigen Vergleich blieben die Leistungen für Elementarschäden unterdurchschnittlich, aber gegenüber dem Vorjahr stiegen sie markant. Im Februar 2020 fegten die beiden Sturmtiefs «Petra» und «Sabine» über den Kanton hinweg und hinterliessen ihre Spuren. Glücklicherweise verliefen die restlichen Monate deutlich ruhiger und der Kanton Zug blieb von grossflächigen Hagelzügen verschont. Bei gesamthaft 697 (Vorjahr: 451) Elementarschäden verdoppelte sich die Schadensumme auf rund 2.01 Mio. Franken (Vorjahr: 1.10 Mio.) fast.

 

Geschäftsbericht
2020

Steigende Elementarschäden und höhere versicherungstechnische Soll-Rückstellungen
Seit längerer Zeit ist gesamtschweizerisch ein Trend zu steigenden Elementarschäden feststellbar. Es ist wichtiger denn je, die Bevölkerung auf drohende Gefahren hinzuweisen und aufzuzeigen, wie Gebäude vor Schäden besser geschützt werden können. Erfreulicherweise scheint hier das Bewusstsein zu wachsen und es werden zahlreichere und bessere Schutzmassnahmen getroffen. Die Gebäudeversicherung Zug wird ihre Anstrengungen im Bereich Elementarschadenprävention künftig weiter ausbauen und intensivieren. Aufgrund vertraglicher Anpassungen bei der Feuer-Rückversicherung konnten die versicherungstechnischen Soll-Rückstellungen um – 5.291 Mio. Franken reduziert (Vorjahr: + 17.708 Mio. erhöht) werden.

Versicherung
Per 31. Dezember 2020 versicherte die Gebäudeversicherung Zug 25 222 Gebäude (Vorjahr: 25 148) mit einem Versicherungswert von insgesamt 50.48 Mrd. Franken (Vorjahr: 49.72 Mrd.). Der Wertzuwachs (netto) gründet in der Zunahme der durchgeführten Neubau- und Revisionsschätzungen. Der Bezugsindex wurde in Anlehnung an den Zürcher Baukostenindex unverändert bei 115 Indexpunkten belassen (Basis 2005 = 100 Punkte).

Rückversicherung
Die Rückversicherungsprämien für Grossrisiken in den Bereichen Feuer, Elementar und Erdbeben beliefen sich praktisch unverändert auf rund 5.56 Mio. Franken (Vorjahr: 6.45 Mio.) oder 20.9 % der Bruttoprämieneinnahmen exkl. Präventionsanteil (Vorjahr: 24.6 %). Für Brandschäden stellte der Interkantonale Rückversicherungsverband (IRV) eine Gutschrift von rund 0.62 Mio. Franken in Aussicht.

Eigenkapital, Risikotragendes Kapital und Zielkapital
Der Jahresgewinn von 8.743 Mio. Franken (Vorjahr: 1.888 Mio.) wurde dem Eigenkapital zugewiesen, welches damit 86.229 Mio. Franken (Vorjahr: 77.486 Mio.) bzw. 1.7089 ‰ des Versicherungswertes (Vorjahr 1.5584 ‰) entspricht. Das risikotragende Kapital belief sich per 31. Dezember 2020 auf rund 191 Mio. Franken (Vorjahr: 166 Mio.) und überstieg damit erstmals das vom Verwaltungsrat angestrebte, jährlich aktualisierte Zielkapital von rund 183 Mio. Franken. Das ermöglicht der Gebäudeversicherung Zug gute Handlungsoptionen für das laufende Jahr 2021.

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Beat Villiger
Präsident Verwaltungsrat
Richard Schärer
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Richard Schärer
Direktor